Die Pappardelle alla Casertana sind ein Paradebeispiel der reichhaltigen und herzhaften Küche Kampaniens. Schon der Name verrät ihre Herkunft: Caserta, eine Stadt nördlich von Neapel, ist bekannt für ihre bodenständige, aber elegante Pasta-Tradition. In der lokalen Küche werden einfache, hochwertige Zutaten wie frische Eierpasta, regionale Fleischsorten und aromatisches Gemüse kombiniert. Alternativ wird das Gericht auch als Pappardelle con ragù alla Casertana bezeichnet, da der Ragù eine zentrale Rolle spielt.
Das Besondere an diesem Rezept ist die Kombination aus kräftigem Ragù, das langsam aus Rind- und Schweinefleisch gekocht wird, und der breiten, flachen Pappardelle-Pasta. Anders als klassische Bolognese ist das Casertana-Ragù intensiver gewürzt und enthält oft zusätzlich Kräuter wie Rosmarin und Salbei sowie einen Hauch von Weißwein, der dem Gericht Tiefe verleiht. Regional werden auch kleine Mengen Tomatenmark und saisonales Gemüse wie Karotten, Sellerie und Zwiebeln hinzugefügt, die die Sauce abrunden, ohne die Fleischaromen zu überdecken.
Historischer Hintergrund
Historisch betrachtet stammt das Rezept aus dem 19. Jahrhundert, als Caserta durch die Bourbonen-Könige und den Bau der Reggia di Caserta zu einer kulturellen und kulinarischen Drehscheibe wurde. Die adligen Tafeln verlangten nach reichhaltigen, sättigenden Pastagerichten, die gleichzeitig die lokalen Zutaten widerspiegelten. Noch heute spiegeln die Pappardelle alla Casertana die Verbindung von Tradition, regionaler Identität und kulinarischem Anspruch wider.
Moderne Variationen des Gerichts setzen auf kleinere Mengen Tomaten und mehr Kräuter, um die Aromen frischer wirken zu lassen. Vegetarische Versionen verzichten auf Fleisch und ersetzen es durch Pilze oder Artischocken, wobei die breite Pasta die Sauce weiterhin perfekt aufnimmt. Die Pappardelle alla Casertana bleiben jedoch ein Klassiker der süditalienischen Küche, der sowohl zu festlichen Anlässen als auch im Familienalltag begeistert.

Das Originalrezept für Pappardelle alla Casertana
Portionen: 4
Küche: Italienisch
Zubereitungsdauer: 90 Minuten
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Zutaten
400 g Pappardelle (frisch oder getrocknet)
250 g Rindfleisch, gewürfelt
250 g Schweinefleisch, gewürfelt
1 Zwiebel, fein gehackt
1 Karotte, fein gewürfelt
1 Stange Sellerie, fein gewürfelt
2 EL Tomatenmark
200 ml Weißwein
200 ml Fleischbrühe
3 EL Olivenöl extra vergine aus Italien kaufen
1 Zweig Rosmarin
2 Salbeiblätter
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Pecorino Romano zum Servieren
Zubereitung
1. Fleisch anbraten:
Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Rind- und Schweinefleisch portionsweise scharf anbraten, bis es leicht gebräunt ist. Herausnehmen und beiseitestellen.
2. Gemüse anschwitzen:
Zwiebel, Karotte und Sellerie im verbliebenen Öl 5–7 Minuten glasig dünsten.
3. Ragù zubereiten:
Fleisch zurück in den Topf geben, Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten. Mit Weißwein ablöschen und auf mittlerer Hitze 5 Minuten einkochen lassen.
4. Schmoren:
Fleischbrühe, Rosmarin und Salbei hinzufügen. Zugedeckt bei niedriger Hitze 60–70 Minuten schmoren, gelegentlich umrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
5. Pasta kochen:
In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen und Pappardelle al dente kochen. Abgießen und etwas Kochwasser aufbewahren.
6. Servieren:
Pasta mit Ragù vermengen, bei Bedarf etwas Kochwasser hinzufügen. Mit frisch geriebenem Pecorino bestreuen und sofort servieren.

Kombinationsmöglichkeiten & Serviertipps
Beilagen
- Rucola-Salat: Frisch, leicht bitter, passt perfekt zum kräftigen Ragù
- Geröstetes Gemüse: Karotten, Paprika oder Zucchini leicht mit Olivenöl und Salz rösten
Variationen
- Mit Pilzen: Rind- und Schweinefleisch durch Steinpilze ersetzen
- Würziger Casertana: Etwas Chiliflocken für eine pikante Note hinzufügen
Die perfekte Weinbegleitung zu Pappardelle alla Casertana
Ein kräftiger, runder Wein unterstreicht die Aromen des Ragù. Unsere Empfehlungen:
- Aglianico del Taburno DOCG
- Taurasi Riserva
- Montepulciano d’Abruzzo
- Chianti Classico
Häufig gestellte Fragen zu Pappardelle alla Casertana
Welche Pappardelle eignen sich am besten?
Frische breite Pappardelle eignen sich am besten, da sie die reichhaltige Sauce am besten aufnehmen, getrocknete Pappardelle sind eine gute Alternative.
Kann man das Ragù vorbereiten?
Das Ragù kann vorbereitet werden. Das Ragù schmeckt am nächsten Tag oft noch intensiver. Es kann problemlos aufgewärmt werden.
Welche Fleischsorten kann man ersetzen?
Folgende Fleischsorten kann man ersetzen: Rind- oder Schweinefleisch lassen sich durch Kalbfleisch oder Pilze ersetzen, je nach Geschmack.
Wie würze ich das Ragù traditionell?
Traditionell wird das Rage folgendermaßen gewürzt: Rosmarin, Salbei, Salz, Pfeffer und ein Spritzer Weißwein reichen, um die klassische Casertana-Note zu erhalten.

