Die Pinsa, oft auch Pinsa Romana genannt, ist eine der traditionsreichsten Spezialitäten Roms und unterscheidet sich deutlich von der klassischen Pizza. Auf Italienisch bedeutet „pinsa“ so viel wie „gestampft“ oder „gepresst“, was auf die besondere Teigbereitung hinweist. Während Pizza traditionell aus einem einfachen Hefeteig besteht, basiert Pinsa auf einer Mischung aus Weizen-, Reis- und Sojamehl, kombiniert mit langer, kalter Gärung. Das Ergebnis ist ein Teig, der besonders luftig, leicht und bekömmlich ist, mit einer knusprigen, goldbraunen Kruste und weichem Inneren.
Ursprünglich stammt die Pinsa aus der Antike: Römische Bäcker nutzten ähnliche Teigarten, um Brotfladen zu backen, die einfach, sättigend und vielseitig belegbar waren. Im 21. Jahrhundert erlebte die Pinsa eine Renaissance und wird heute in römischen Trattorien, aber auch international in modernen Pinserien serviert. Besonders beliebt sind klassische Beläge wie Mozzarella, Tomaten, Prosciutto, frisches Gemüse oder italienische Käsesorten.
Teig und regionale Varianten
Der entscheidende Unterschied zur Pizza liegt neben der Mehlmischung in der langen Gärung. Durch bis zu 72 Stunden kalte Gärung entwickelt der Teig eine komplexe Geschmacksstruktur, wird leichter verdaulich und erhält seine charakteristische Textur. Regional variieren die Beläge: In Rom dominiert die mediterrane Variante mit Tomaten, Mozzarella, Rucola und Parmaschinken, während in anderen Teilen Italiens experimentelle Beläge mit saisonalem Gemüse, Fisch oder sogar Süßspeisen populär sind.
Die Zubereitung der Pinsa erfordert ein wenig Geduld, aber der Aufwand lohnt sich. Der Teig muss gut hydratisiert sein, damit er beim Backen richtig aufgeht und außen knusprig, innen luftig bleibt. Die typische ovale Form und die dünne Mitte mit dickerem Rand sorgen für das klassische Erscheinungsbild, das die Pinsa unverwechselbar macht. Für echte Italiener ist die Pinsa ein kulinarisches Erlebnis, das Tradition, Handwerkskunst und Geschmack vereint.

Das Originalrezept für Pinsa
Portionen: 4 Personen
Küche: italienisch
Zubereitungsdauer: 180 Minuten (inklusive Teiggärung)
Schwierigkeitsgrad: mittel
Zutaten
300 g Weizenmehl (Type 0)
100 g Reismehl
50 g Sojamehl
350 ml Wasser (kalt)
10 g Salz
5 g frische Hefe
10 ml Olivenöl aus Italien kaufen
150 g Tomatensauce
200 g Mozzarella
Optional: frisches Basilikum, Prosciutto, Rucola, Parmesan
Zubereitung
1. Teig herstellen:
Hefe im kalten Wasser auflösen. Mehle in einer großen Schüssel vermischen, Salz hinzufügen. Flüssigkeit langsam einarbeiten und zu einem Teig kneten, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Olivenöl hinzufügen und erneut kurz durchkneten.
2. Gehen lassen:
Den Teig abdecken und mindestens 24 Stunden im Kühlschrank kalt gehen lassen.
3. Ausrollen:
Nach der Gärung den Teig auf leicht bemehlter Fläche oval ausrollen (ca. 1–1,5 cm dick in der Mitte, etwas dicker am Rand).
4. Belegen:
Tomatensauce gleichmäßig aufstreichen, Mozzarella und weitere Beläge nach Wahl darauf verteilen.
5. Backen:
Im vorgeheizten Ofen bei 250 °C 10–15 Minuten backen, bis der Rand goldbraun und knusprig ist.
6. Servieren:
Optional mit frischem Basilikum oder Rucola garnieren.

Kombinationsmöglichkeiten und Serviertipps
Klassisch
- Tomatensauce, Mozzarella, frisches Basilikum
- Ideal für einen traditionellen Geschmack
Mediterran
- Zucchini, Aubergine, Paprika, Oliven
- Frisch und farbenfroh
Fleischliebhaber
- Prosciutto, Salami oder Pancetta
- Herzhaft und aromatisch
Vegetarisch
- Pilze, Rucola, Parmesanspäne
- Leicht und elegant
Die perfekte Weinbegleitung zu Pinsa
Unsere Sommeliers empfehlen folgende Weinbegleitung, die den Geschmack der Pinsa unterstreicht:
- Frascati DOC – leicht, frisch, fruchtig
- Vermentino di Sardegna DOC – aromatisch, harmonisch
- Chianti Classico DOCG – vollmundig, kräftig, leicht würzig
- Montepulciano d’Abruzzo DOC – rund, fruchtbetont, weich
Häufig gestellte Fragen zu Pinsa
Was ist der Unterschied zwischen Pizza und Pinsa?
Pinsa unterscheidet sich von Pizza durch die Mehlmischung, die lange kalte Gärung und die ovale Form. Das Ergebnis ist ein leichter, luftiger Teig mit knuspriger Kruste.
Kann man Pinsa vorbereiten?
Der Teig der Pinsa kann vorbereitet werden und bis zu 72 Stunden im Kühlschrank gelagert werden. Erst vor dem Backen ausrollen und belegen.
Welches Mehl eignet sich für Pinsa?
Für eine Pinsa eignet sich eine Mischung aus Weizen-, Reis- und Sojamehl. Dies ergibt die typische Textur. Reines Weizenmehl funktioniert, verändert aber das Mundgefühl.
Wie lange dauert die Zubereitung?
Inklusive Gärzeit dauert die Zubereitung etwa 3 Stunden, wobei die aktive Arbeitszeit nur ca. 30 Minuten beträgt.

