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Spaghetti alla San Giovannino ein Gericht aus Latium

Spaghetti alla San Giovannino – römische Tradition zwischen Festtag und Alltagsküche

Spaghetti alla San Giovannino gehören zu jenen stillen Klassikern der römischen Küche, die kaum schriftlich fixiert sind, aber tief im kulinarischen Gedächtnis Latiums verankert bleiben. Der Name verweist direkt auf San Giovanni Battista, Johannes den Täufer, dessen Festtag am 24. Juni in Rom seit Jahrhunderten gefeiert wird. Rund um diese Nacht, die als eine der magischsten des Jahres gilt, entstand ein einfaches, aber symbolträchtiges Pastagericht. Es verbindet saisonale Zutaten, bäuerliche Pragmatik und religiöse Tradition.

Ursprung und geschichtlicher Kontext

Historisch wurde Spaghetti alla San Giovannino in den römischen Vororten und auf dem Land serviert. Nach den Feierlichkeiten am Abend von San Giovanni, begleitet von Feuerwerk, Wein und Gesang, brauchte es ein warmes, kräftigendes Essen. Fleisch war teuer. Käse, Eier und Kräuter hingegen verfügbar. So entstand ein Gericht, das satt macht, aber nicht belastet. Ein Teller Spaghetti, gebunden mit Ei und Pecorino, verfeinert mit schwarzem Pfeffer und frischen Kräutern der Saison.

Zutaten, Technik und heutige Rolle

Charakteristisch ist die Verwendung von Giovannini, jungen aromatischen Kräutern, die traditionell rund um den Johannistag gesammelt wurden. Dazu zählen vor allem Petersilie, wilder Fenchel oder Minze. Je nach Gegend variiert die Zusammenstellung. In Rom dominiert Petersilie. In ländlichen Gebieten Latiums findet man Fenchelsamen oder Majoran. Knoblauch wird sparsam eingesetzt. Tomaten gehören nicht dazu. Die Sauce bleibt hell, cremig und duftet nach Sommer.

Kulinarisch stehen Spaghetti alla San Giovannino zwischen Cacio e Uova und einer sehr frühen Form der Carbonara. Ohne Guanciale. Ohne Speck. Der Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von Ei, Käse und Kräutern. Wichtig ist die Technik. Die Eier dürfen nicht stocken. Die Hitze muss kontrolliert sein. Nur so entsteht die typische Bindung, die die Pasta umhüllt, ohne schwer zu wirken.

Heute ist das Gericht selten auf Speisekarten zu finden. Es lebt vor allem in Familien weiter, die ihre Rezepte mündlich überliefern. Wer es kocht, entscheidet sich bewusst gegen opulente Saucen. Spaghetti alla San Giovannino sind leise. Aber tief. Sie erzählen von Rom jenseits der Touristenpfade. Von Festtagen, die einfach begangen wurden. Und von einer Küche, die aus wenig viel macht.

Spaghetti alla San Giovannino besonders angerichtet

Das Originalrezept für Spaghetti alla San Giovannino

Portionen: 4 Personen
Küche: italienisch
Zubereitungsdauer: ca. 25 Minuten
Schwierigkeitsgrad: mittel

Zutaten

400 g Spaghetti
3 Eier (Größe M)
90 g Pecorino Romano, fein gerieben
1 Knoblauchzehe
1 Bund glatte Petersilie
1 EL wilder Fenchel oder Fenchelsamen (optional)
Olivenöl extra vergine aus Italien kaufen
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Salz

Zubereitung

1. Spaghetti kochen:
Die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen.

2. Kräuter aromatisieren:
Währenddessen Petersilie sehr fein hacken. Knoblauch in einer Pfanne mit wenig Olivenöl sanft anrösten und anschließend entfernen. Kräuter kurz im aromatisierten Öl schwenken. Pfanne vom Herd ziehen.

3. Eier Mischung zubereiten:
Eier mit dem Pecorino glatt verrühren und kräftig pfeffern. Spaghetti abgießen und direkt in die Pfanne geben. 

4. Alles vermischen:
Die Ei-Käse-Mischung zügig unterrühren, dabei etwas Kochwasser zugeben, bis eine cremige Bindung entsteht.

5. Abschmecken:
Abschmecken und sofort servieren.

Spaghetti alla San Giovannino mit extra Pfeffer aus der Mühle angerichtet

Kombinationsmöglichkeiten und Serviertipps

Klassisch servieren

  • Ohne zusätzliche Zutaten
  • Mit extra Pfeffer frisch aus der Mühle

Saisonale Ergänzungen

  • Fein gehackte Minze im Sommer
  • Geröstete Fenchelsamen für mehr Tiefe

Als Teil eines Menüs

  • Vorspeise: Zucchini alla romana
  • Nachspeise: Frisches Obst oder Crostata

Die ideale Weinbegleitung vom Sommelier empfohlen

Spaghetti alla San Giovannino verlangen nach frischen, nicht zu schweren Weinen mit klarer Säure.

  • Frascati Superiore – trocken und mineralisch
  • Verdicchio dei Castelli di Jesi – kräutrig und lebendig
  • Orvieto Classico – rund und elegant
  • Cesanese in leichter Stilistik – dezent und würzig

Häufig gestellte Fragen zu Spaghetti alla San Giovannino

Was ist der Ursprung von Spaghetti alla San Giovannino?

Der Ursprung von Spaghetti alla San Giovannino liegt in der römischen Festtagstradition rund um den Johannistag am 24. Juni.

Enthalten Spaghetti alla San Giovannino Fleisch oder Speck?

Spaghetti alla San Giovannino enthalten traditionell kein Fleisch und keinen Speck, sondern basieren auf Ei, Käse und Kräutern.

Welche Kräuter sind typisch für Spaghetti alla San Giovannino?

Typische Kräuter für Spaghetti alla San Giovannino sind Petersilie, wilder Fenchel und je nach Region auch Minze.

Sind Spaghetti alla San Giovannino mit Carbonara verwandt?

Spaghetti alla San Giovannino gelten als einfacher Vorläufer cremiger römischer Pastagerichte, unterscheiden sich aber deutlich von der Carbonara durch den Verzicht auf Guanciale.

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